Das Gespräch in der MPU ist kein Verhör über den Vorfall. Es soll klären, ob sich Ihr Verhalten dauerhaft geändert hat.
Der Ablauf
Nach Angaben des ADAC dauert die MPU etwa 3 bis 4 Stunden und besteht aus drei Teilen: medizinischer Check, Leistungs- und Reaktionstest am Computer sowie psychologisches Gespräch. Die Reihenfolge ist nicht festgelegt. Das Gespräch dauert etwa eine Stunde und wird schriftlich dokumentiert, auf Wunsch ist auch eine Ton- oder Videoaufnahme möglich. Das Gutachten liegt meist wenige Tage bis wenige Wochen nach dem Termin vor. [1]
Die Leitfragen
Eine Ratgeberseite fasst die Begutachtung in vier zentralen Fragen zusammen [2]:
- Kennen Sie die Ursachen des Verkehrsverstoßes?
- Ist Ihre Motivation zur Veränderung stark genug?
- Hat eine Verhaltensänderung stattgefunden?
- Ist diese Änderung stabil, oder besteht Rückfallgefahr?
Fachlich orientieren sich Begutachtungsstellen an veröffentlichten Beurteilungskriterien („Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung“) [3]. Deren Volltext haben wir für diesen Beitrag nicht ausgewertet. Die Leitfragen oben sind deshalb eine vereinfachte Darstellung.
Warum die Schilderung allein nicht genügt
Der ADAC verlangt eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den Vorfällen. Betroffene sollen eine stabile Verhaltensänderung darlegen und belegen. Die Antworten werden insgesamt bewertet, und auswendig gelernte Antworten bringen laut ADAC nichts. [1] Ein genaues Erzählen des Abends reicht also nicht. Es zählt, ob Sie erklären können, wie es dazu kam, was Sie seitdem getan haben und wie Sie in einer ähnlichen Lage handeln würden.
Unsere Gliederung im Selbstcheck
Der Selbstcheck ordnet die Fragen in sieben Prüfdimensionen: Schilderung, Ursachen, Einsicht, Verantwortung, Veränderung, Rückfallprävention und Prognose. Das ist unsere eigene Arbeitsgliederung, keine amtliche Einteilung. Sie soll helfen, bei den eigenen Antworten alle Bereiche im Blick zu behalten.
Fragen, die Sie sich selbst stellen können
- Würde jemand, der nur meine Antworten kennt, dasselbe Bild von mir bekommen wie jemand, der nur meine Unterlagen kennt?
- Erkläre ich mein Verhalten oder rechtfertige ich es?
- Was genau habe ich geändert, seit wann, und woran würde man es von außen erkennen?
- Welche Situation wäre die schwierigste, und was tue ich dann konkret?
Quellen
- ADAC: Ablauf der MPU, die häufigsten Fragen
- bussgeldkatalog.de: Kurz und knapp, MPU-Fragen
- Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung. Beurteilungskriterien, 3. Auflage (Literaturnachweis)
Stand der Recherche: 22.10.2026. Wir prüfen die Beiträge regelmäßig, Hinweise auf Fehler nehmen wir gern entgegen.