Bei einer MPU wegen Alkohol oder Drogen wird häufig ein Abstinenznachweis verlangt. Welche Variante bei Ihnen gilt, steht in Ihrer Anordnung. Hier finden Sie die üblichen Eckdaten.
Mindestzahl der Urinproben
| Zeitraum | Urinkontrollen | Zulässige Abwesenheit |
|---|---|---|
| 6 Monate | mindestens 4 | 20 Werktage |
| 12 Monate | mindestens 6 | 40 Werktage |
| 15 Monate | mindestens 7 | 50 Werktage |
Bei 15 bis 30 % der Teilnehmenden ist nach der vereinbarten Kontrollanzahl eine weitere, unangekündigte Urinabgabe bis zum Ende des Zeitraums vorgesehen. Sie ist laut Institut kostenlos. [1]
Regeln zu Terminen
- Das Auftragsformular muss vor Beginn des gewünschten Zeitraums eingehen, sonst gilt der Eingangsstempel.
- Abwesenheiten müssen spätestens drei Tage vorher gemeldet werden. Kontrollen finden nur werktags statt.
- In den ersten und letzten drei Wochen ist Abwesenheit nicht erlaubt. Wird die zulässige Abwesenheit überschritten, folgt ein Abbruch.
- Während einer laufenden Kur oder stationären Behandlung wegen Drogen- oder Alkoholproblematik läuft kein Programm.
- Ein Kreatininwert unter 20 mg/dL gilt als verwässert, die Probe ist dann nicht verwertbar.
Haaranalyse als Alternative
Für 6 Monate nennt das Institut eine Haaranalyse auf Drogen beziehungsweise zwei Analysen auf Alkohol. Für 12 Monate verdoppelt sich die Zahl. Für 15 Monate sind drei Analysen auf Drogen beziehungsweise fünf auf Alkohol nötig. Vor einer Haaranalyse wird ein Sicherheitszuschlag von mindestens vier Wochen Abstinenz empfohlen. [1]
Labor und Akkreditierung
Die Analysen sollen in einem nach DIN EN ISO/IEC 17025 für forensische Zwecke akkreditierten Labor erfolgen. Fragen Sie bei jedem Anbieter nach dieser Akkreditierung und klären Sie vorab mit Ihrer Begutachtungsstelle, ob das Programm anerkannt wird. [1]
Kosten
Das Institut nennt für Drogen 120 € je Urinanalyse und 350 € je Haaranalyse, zahlbar bar beim Termin. Das ist ein Beispiel mit unbekanntem Preisstand, andere Anbieter rechnen anders. [1]
Warum Lücken so schwer wiegen
TÜV SÜD nennt lückenhafte Nachweise als typischen Grund für ein negatives Gutachten. Beginnen Sie das Programm deshalb erst, wenn Ihr Zeitraum feststeht, und halten Sie die Terminregeln ein. [2]
Quellen
- Universitätsklinikum Heidelberg, Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin: FAQ Abstinenz (Stand 07/2024, laut Dateiname)
- TÜV SÜD: Negatives MPU-Gutachten, was tun
Stand der Recherche: 22.10.2026. Wir prüfen die Beiträge regelmäßig, Hinweise auf Fehler nehmen wir gern entgegen.